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Übergewicht und Adipositas stellen nicht nur bei Erwachsenen ein ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem dar, zunehmend sind auch Kinder und Jugendliche betroffen.Epidemiologische Daten der vergangenen Jahrzehnte zeigen einen kontinuierlichen Anstieg des Durchschnittsgewichtes bei jungen Menschen. Dabei handelt es sich um einen globalen Trend. Bisher war er in Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika am stärksten ausgeprägt, wo inzwischen 20 bis 30 % der Kinder übergewichtig oder adipös sind. Vermehrt sind jedoch auch asiatische, afrikanische und südamerikanische Länder von dieser Entwicklung betroffen. Übergewicht in jungen Jahren stellt einen eigenen Risikofaktor für die Entstehung vieler körperlicher und psychischer Erkrankungen dar. Zu den Hauptursachen gehören neben einer genetischen Prädisposition vor allem Über- und Fehlernährung sowie ein bewegungsarmer Lebensstil.

Kinder sind gegenüber äußeren Einflüssen sehr vulnerabel. Anders als bei Tabak und Alkohol sind ungesunde Lebensmittel in den Medien und im öffentlichen Raum omnipräsent und beeinflussen ihr Konsum- und Ernährungsverhalten. Untersuchungen in den USA ergaben, dass Kinder im Fernsehen pro Stunde bis zu zwölf Lebensmittelwerbungen sehen. Davon bewirbt ein Großteil stark zucker-, fett- oder salzhaltige Produkte. Auch in vielen anderen Ländern konnte gezeigt werden, dass der überwiegende Anteil beworbener Lebensmittel als ungesund eingestuft werden kann. Um der wachsenden Gefahr durch Übergewicht und Adipositas in jungen Jahren entgegenzuwirken, werden vielerorts Forderungen nach einer Einschränkung der Werbefreiheit für ungesunde Lebensmittel lauter.

Trotz unzähliger Positionspapiere und Bekundungen seitens der Lebensmittelindustrie zur Selbstregulierung liegt es an der Politik, den Einfluss ungesunder Nahrungsmittel auf die Jüngsten einzuschränken. Eine Vorreiterrolle nahmen bereits in den 1990er Jahren die skandinavischen Länder ein. Zu Beginn des neuen Jahrtausends folgten ihrem Beispiel weitere Staaten. Zu den häufigsten Maßnahmen gehören Werbeverbote im Fernsehen und Radio in zeitlicher Nähe zu Kinder- und Jugendsendungen, Sponsoringverbote bei Jugendveranstaltungen und ein eingeschränkter Zugang zu ungesunden Lebensmitteln in Schulen. Die Werberegulationen sind heutzutage jedoch nicht mehr zeitgemäß. Fernsehen und Radio haben zugunsten des Internets stark an Relevanz verloren. Aus diesem Grund reagierte im vergangenen Jahr die britische Regierung mit einer Verschärfung der bestehenden Gesetze und weitete das Werbeverbot auf Internetplattformen, Printmedien und Kinowerbungen aus.

Experten sind sich einig, dass präventive Maßnahmen ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen und besonders bei Kindern und Jugendlichen effektiv sind. Ein weitreichendes Werbeverbot ist ein wichtiger Schritt. Jedoch ist ebenso entschiedenes Handeln in der Förderung eines gesunden Lebensstils notwendig. Die Politik, Bildungsstätten und Eltern stehen in der Verantwortung Kindern ein gesundes Essverhalten und einen aktiven Lebensstil nahezubringen. Ebenso gilt es, Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dazu sollten Gewichtskontrollen im häuslichen Umfeld und bei jedem Arztbesuch zur Routine gehören.

Wenn Übergewicht und Adipositas nicht zu einem der zentralen Gesundheitsprobleme des 21. Jahrhunderts werden sollen, ist bereits heute komplexes Handeln erforderlich. Junge Menschen stellen dabei eine wichtige Zielgruppe dar. Durch eine Kombination geeigneter Maßnahmen ließe sich bei ihnen der negative Gewichtstrend in naher Zukunft aufhalten und sogar rückgängig machen.

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