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Urlaub für das Herz!

In der heutigen leistungsorientierten Welt arbeiten Menschen immer länger. Die Arbeit erhält zunehmend Vorzug vor Erholung und Freizeit. Dabei haben Überarbeitung und beruflicher Stress nachweislich einen negativen Effekt auf die körperliche und psychische Gesundheit.

Mit Ausnahme der USA, in denen es keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub gibt, stehen Arbeitnehmern in den Industrienationen einschließlich der gesetzlichen Feiertage zwischen 30 und 35 bezahlte, arbeitsfreie Tage zu. Vielerorts schöpfen Arbeitnehmer ihren Urlaub jedoch nicht gänzlich aus. Schlusslicht bilden erneut die USA, wo bis zu 50 % der Arbeitnehmer auf den vom Arbeitgeber gewährten Urlaub verzichten. Die Wissenschaft geht bereits seit mehreren Jahrzehnten der Frage nach, wie Urlaub und Freizeit die Gesundheit beeinflussen.Bereits 1992 erschien im American Journal of Epidemiology eine Studie, die den Einfluss psychosozialer Faktoren auf das Herz-Kreislauf-Risiko bei Frauen untersuchte. Die Studienautoren stützten sich dabei auf Daten der Framingham-Heart-Study, die seit 1948 systematisch in der US-amerikanischen Stadt Framingham (Massachusetts) erhoben werden. Die Untersuchung der Datensätze von 749 Frauen, die über einen Zeitraum von 20 Jahren gesammelt wurden, zeigte eine Korrelation zwischen dem kardiovaskulären Risiko und der Urlaubshäufigkeit. Teilnehmerinnen die angaben in sehr großen Abständen d.h. alle sechs Jahre oder seltener in Urlaub zu fahren, hatten ein beinahe achtfach höheres Risiko für eine koronare Herzkrankheit und einen Herzinfarkt, als Frauen, die zwei Auszeiten im Jahr nahmen.

Im Jahr 2000 beschrieben Wissenschaftler der University of New York in Oswego bei Männern eine ähnliche Korrelation zwischen Urlaub und kardiovaskulärem Risiko. Über 9 Jahre begleitete sie mehr als 12.000 Männer und kamen zu dem Ergebnis, dass jährlicher Urlaub das Mortalitätsrisiko um fast 20 % und die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Herzinfarktes um circa 30 % reduzierte. Urlaub und Freizeit wirken sich jedoch nicht nur auf das Herz-Kreislauf-System aus, auch beeinflussen sie die Gesamtgesundheit und das Wohlbefinden. Forscher der University of Pittsburgh School of Medicine zeigten, dass Menschen, die mehr Zeit mit angenehmen Freizeitaktivitäten verbringen, nicht nur zufriedener sind, sondern auch objektiv bessere Gesundheitsparameter aufweisen. Dazu gehörten ein niedrigerer Blutdruck, Body Mass Index (BMI) und Taillenumfang sowie Spiegel des Stresshormons Cortisol. Das persönliche Bedürfnis nach Freizeit und Erholung mag individuell unterschiedlich sein. Regelmäßige Auszeiten sind jedoch essenzieller Bestandteil einer gesunden Lebensführung. Die positiven Effekte setzen bereits nach kurzer Zeit ein. So konnte gezeigt werden, dass sich Menschen im Urlaub subjektiv besser fühlen, eine Linderung chronischer Schmerzen erfahren und bereits nach wenigen Tagen erholsamer und länger schlafen. Aus diesem Grund ist es durchaus ratsam länger, als nur einige Tage freizunehmen. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Auszeiten zwischen sieben und zehn Tagen am Erholsamsten sind. Längere Perioden scheinen hingegen zu keiner weiteren Steigerung der Effekte beizutragen.

Die positive Wirkung des Urlaubs kann je nach anschließender beruflicher Belastung sogar mehrere Wochen anhalten. Um von den freien Tagen optimal zu profitieren, empfiehlt es sich, die Arbeit gänzlich ruhen zu lassen. Forscher der Universität von Tel Aviv zeigten, dass sich Menschen im Urlaub deutlich weniger erholen, wenn sie weiterhin berufliche E-Mails und Anrufe beantworten.
Wer langfristig gesund bleiben möchte, sollte neben der Arbeit auf genügend Freizeit achten, in regelmäßigen Abständen für mehrere Tage gänzlich abschalten und währenddessen auch das Diensthandy und Postfach ruhenlassen. Letztlich tut man damit nicht nur dem Herz-Kreislauf-System und der Psyche etwas Gutes, sondern steigert im Anschluss auch seine berufliche Produktivität und Leistungsfähigkeit.

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