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Übergewicht – Risikofaktor in der Schwangerschaft

In vielen Regionen der Welt nimmt der Anteil übergewichtiger Menschen an der Gesamtbevölkerung zu. Diese Entwicklung betrifft ebenso Frauen im gebärfähigen Alter. Dabei steht übermäßiges Gewicht im Zusammenhang mit einer Vielzahl gesundheitlicher Risiken für Mutter und Kind.
Bereits ein Body Mass Index (BMI) ab 26 kg/m2 kann den Eintritt einer Schwangerschaft verzögern. Verantwortlich dafür sind hormonelle Veränderungen, die Einfluss auf den Zyklus und weitere Körperfunktionen nehmen.

Im Vergleich zu Normalgewichtigen ist zudem die Komplikationsrate während der Schwangerschaft erhöht. Zu den häufigsten Komplikationen zählen der Schwangerschaftsdiabetes sowie hypertensive Schwangerschaftserkrankungen. Die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Schwangerschaftsdiabetes ist in Abhängigkeit vom Schweregrad des Übergewichts um das 3- bis 11-fache erhöht. Betrachtet man das Vorkommen hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen, sind Übergewichtige bis zu viermal häufiger betroffen. Auch steigt mit dem BMI die Häufigkeit für Aborte, intrauterinen Fruchttod, fetale Fehlbildungen und Frühgeburten. Eine weitere gewichts- und diabetesassoziierte Folge stellt die fetale Makrosomie dar. Dabei ist das Ungeborene für sein Alter überdurchschnittlich schwer und überschreitet die 95. Perzentile.

Insgesamt sinkt mit steigendem mütterlichen Gewicht die Chance auf eine spontane und termingerechte Geburt. Schwer kontrollierbare Blutzuckerentgleisungen, eine Aggravation hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen, fetale Makrosomie sowie Geburtskomplikationen stellen dabei die häufigsten Gründe für eine Geburtseinleitung oder einen Kaiserschnitt sowie eine erhöhte perinatale Morbidität und Mortalität dar. Darüber hinaus können auch Spätfolgen nicht ausgeschlossen werden. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass mütterliche Adipositas vor und während der Schwangerschaft sowie kindliche Makrosomie das Risiko für Gewichtsprobleme im Kindes- und Jugendalter erhöhen.

Übergewicht und Adipositas gehören inzwischen zu den wichtigsten Risikofaktoren in der Schwangerschaft. Daher ist es essenziell, den Ernährungszustand engmaschig zu kontrollieren. Bei bestehendem Kinderwunsch empfiehlt sich bereits vor der Schwangerschaft eine Normalisierung des Gewichts.
Im Verlauf einer Schwangerschaft kommt es zu einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von circa 12 bis 15 kg. Sollte die Gewichtszunahme deutlich stärker ausfallen, empfiehlt sich eine zeitnahe Abklärung. Von einer Gewichtsreduktion im Schwangerschaftsverlauf wird hingegen meist abgeraten, da Wachstumsstörungen und eine Neugeborenenhypotrophie mit einem Geburtsgewicht unterhalb der 10. Perzentile drohen. Zwar gehören Kontrollen des Körpergewichts zu jeder Schwangerschaftsuntersuchung, jedoch empfiehlt sich auch im häuslichen Umfeld regelmäßiges Wiegen, um eine übermäßige Gewichtszunahme frühzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.

Bei weiterem Kinderwunsch sollte ebenfalls darauf geachtet werden das Gewicht vor einer erneuten Schwangerschaft zu normalisieren. Letztlich darf Übergewicht vor- und während der Schwangerschaft nicht bagatellisiert werden und bedarf regelmäßiger Kontrollen. Bei vorliegendem Übergewicht und baldigem Kinderwunsch ist jede Gewichtsreduktion ein geeignetes Mittel zur Senkung von Schwangerschafstrisiken und trägt zur Gesundheit von Mutter und Kind bei.

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