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Grippe – impfen oder nicht impfen?

Jedes Jahr zu Beginn der Herbstmonate stellen sich erneut viele Menschen die Frage, ob sie sich gegen das Grippe- bzw. Influenzavirus impfen lassen sollten. Generell gilt, dass die saisonale Influenzaimpfung nicht ausdrücklich für alle Personengruppen empfohlen wird. Dies betrifft vor allem gesunde Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis zum 60. Lebensjahr, da bei ihnen Infektionen in der Regel komplikationslos verlaufen. Bei älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren ab dem 2. Trimenon sind jedoch schwere und sogar tödliche Krankheitsverläufe möglich, weshalb diesen Personen zu einer jährlichen Impfung geraten wird. Empfohlen wird sie auch Menschen mit einem erhöhten beruflichen Risiko, wie medizinischem Personal, Angestellten von Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr sowie Personen, die Kontakt zu Angehörigen der Risikogruppe haben und für sie eine potenzielle Infektionsquelle darstellen könnten.

Jedoch bietet die Grippeimpfung keinen 100 %-igen Schutz vor einer Infektion. Einerseits gibt es Personen, bei denen eine ausreichende Immunantwort auf den Impfstoff ausbleibt, andererseits liegt die schwankende Effektivität an der Charakteristik des Impfstoffes. So stehen Drei- oder Vierfachimpfstoffe zur Verfügung, die einzelne Virustypen- und subtypen abdecken. Basierend auf statistischen Daten setzt die Gesundheitsorganisation WHO bereits im Frühjahr die Zusammensetzung der Impfstoffe für die Grippesaison in den einzelnen Regionen fest, damit genügend Zeit für die Produktion des Impfstoffes bleibt. Eine genaue Voraussage der im Verlauf des Jahres tatsächlich zirkulierender Viren ist jedoch nicht möglich, sodass auch trotz Impfung eine Infektion möglich ist. Während der Grippesaison kann die Schutzwirkung der Impfung ebenfalls nachlassen, da Influenzaviren die Eigenschaft besitzen ihr Erbgut sehr schnell zu verändern. Dies erfolgt durch zufällige Mutationen oder Austausch von Gensequenzen zwischen unterschiedlichen Virusstämmen. Aus diesem Grund gewährleistet die Impfung meist nur einen Schutz für circa 9 bis 12 Monate und sollte jährlich aufgefrischt werden.

Auch wenn die Grippeschutzimpfung nur einen eingeschränkten Schutz bietet, kann sie eine Vielzahl von Infektionen und schweren Verläufen verhindern und ist daher vor allem für Angehörige der Risikogruppen empfohlen. Zudem geht sie in der Regel nur mit leichten lokalen Nebenwirkungen an der Einstichstelle oder erkältungsähnlichen Allgemeinsymptomen für ein bis zwei Tage einher. Optimalerweise sollte die Impfung im Oktober oder November durchgeführt werden, um rechtzeitig genügenden Impfschutz aufzubauen und gesund durch den Herbst und Winter zu kommen.

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